De Hamborger Veermaster - Das Segelschiff "Peking"

Nach über 70 Jahren ist "De Hamborger Veermaster" zurück in Ihrem Heimathafen. Das Segelschiff soll zum Wahrzeichen des neuen Deutschen Hafenmuseums werden und bereichert Hamburg damit neben der Rickmer Rickmers, der Cap San Diego und der MS Bleichen um ein weiteres Museumsschiff. Zuletzt lag sie im Museumshafen New Yorks, wo sie leider ziemlich in die Jahre gekommen ist und, nach dem sie schwer unter dem Hurricane Sandy leiden musste, sogar verschrottet werden sollte. Doch wie ist die Peking überhaupt in New York gelandet?

Inhaltsverzeichnis. Diesen Artikel haben wir für Sie in folgende Bereiche gegliedert:


Wo wurde die "Peking" gebaut?

Die viermastige Stahlbark "Peking" hat schon viele Häfen ihr Zuhause nennen dürfen. Trotz allem ist sie seit ihrer "Geburt" am 25. Februar 1911 in der Hamburger Werft Blohm & Voss eng mit ihrem Heimatort verbunden. Konzipiert wurde die 106 Meter lange Peking, welche eines der 14 "Flying P-Liner“ der Reederei F. Laeisz ist, einst für die Salpeterfahrt zwischen Chile und Europa. Nach nur wenigen Fahrten allerdings, zu Beginn des Ersten Weltkriegs, wurde sie zusammen mit 40 weiteren deutschen Schiffen, interniert. Nach dem Krieg ging sie dann als Reparation in italienische Hand über. Unter anderem, da dort niemand für die Fahrt mit einem solchen Segelschiff ausgebildet war, konnte die Peking, zusammen mit einigen anderen deutschen Segelschiffen, bereits im Januar 1923 zurückgekauft werden und lief Ende Januar in Cuxhaven ein.

Die Reise der "Peking" um Cap Horn

Nachdem Mitte der 1920er Jahre das Schiff zu einem kombinierten Fracht- und Schulschiff umgebaut wurde, war Ende der 1920er bei einer Reise nach Talcahuano, der später sehr berühmte amerikanische Segler und Schriftsteller Irving Johnson mit an Bord. Er drehte dabei einen spektakulären Dokumentarfilm mit dem Titel „Around Cape Horn“. Außerdem schrieb er das Buch „The Peking Battles Cape Horn“, welches im englischsprachigen Raum als Klassiker der Seefahrtsliteratur gilt.

Verkauf der "Peking" nach England

Nach insgesamt 20 Fahrten zwischen Südamerika und Europa, sollte das prächtige Segelschiff, in Folge der Weltwirtschaftskrise 1932, von F. Laeisz an die englische Hilfsorganisation „Shaftesbury Homes and Arethusa“ verkauft werden und schließlich für den Internatsbetrieb umgebaut werden. In diesem Zusammenhang wurde sie auch in „Arethusa II“ umgetauft. Ihr neuer Heimathafen war von nun an in Upnor, was ganz in der Nähe von Rochester im englischen Kent liegt. Während des Zweiten Weltkrieges war sie kurzzeitig im Besitz der Royal Navy und erhielt ihren ursprünglichen Namen zurück. Nach dem Ende des Krieges wurde dies allerdings wieder rückgängig gemacht.

Umzug nach New York & Restaurierung des Segelschiffes

Mitte der 1970er Jahre wurde die Viermastbark an die „J. Aron Charitable Foundation“ versteigert und bis Mitte 1975 von London aus nach New York geschleppt, wo sie originalgetreu aufgeriggt wurde und ihren ursprünglichen Namen, sowie die Beschriftung „Heimathafen Hamburg“, zurückerlangte. Von dort an lag die Peking am Pier des „South Street Seaport Museums“. Irving Johnson, welcher zu diesem Zeitpunkt kein aktiver Segler mehr war, trotzdem noch eine tiefe Verbundenheit zum Schiff hatte, machte es sich zur Aufgabe, gelegentlich Schulklassen über das Segelschiff zu führen und über die Seefahrt und seine eigenen Erfahrungen zu berichten.

Idee der Rückführung der "Peking" nach Hamburg

Anfang der 2000er reisten der Vorstand der Stiftung Hamburg Maritim und der ehemalige Syndikus der Handelskammer Hamburg (Joachim Kaiser und Reinhard Wolf) gemeinsam nach New York, um über eine Rückholung des Schiffes zu sondieren. Dies zog sich allerdings über viele Jahre, da es unter Anderem nicht gelang, genügend Sponsoren für die Bezahlung des Kaufpreises zusammen zu bekommen.

In Folge der Sturmflut nach dem Hurrikane Sandy 2012, erlitt das Museum erhebliche Schäden. Der bereits völlig maroden Peking kam dies alles andere als zu Gute, das Segelschiff wurde noch weiter beschädigt. Aus finanziellen Gründen entschied sich das Museum gegen das Behalten des Viermasters und für eine Verschenkung. Eine schwimmende Überführung in einen anderen Hafen war auf Grund der Verfassung des Segelschiffes nicht möglich, sollte niemand für die Kosten aufkommen, würde die Peking zur Verschrottung freigegeben werden.

Überführung nach Hamburg und Restauration des Viermasters

Im letzten Moment, Mitte 2015, beschloss die Stadt Hamburg die Rückholung des Schiffes. 26 Millionen Euro aus dem Zuschuss für den Aufbau des Deutschen Hafenmuseums wurden für Rückholung und Restauration der Peking genutzt.

Die Peking wurde zwischen September 2016 und Juli 2017 für die Überführung nach Deutschland auf der Caddell-Werft auf Staten Island vorbereitet. Nach dem Transport mit einem Dockschiff traf die Peking Anfang August in Wewelsfleth auf der Peters-Werft ein.

Bis 2020 wurde sie hier aufgearbeitet und im Mai schließlich an die „Stiftung Historische Museen Hamburg“ übergeben und im September dann nach Hamburg überführt.

Die "Peking" als Museumsschiff

Derzeit liegt die Peking bis zur Fertigstellung des Deutschen Hafenmuseums auf dem Kleinen Grasbrook am Bremer Kai im Hansahafen, wo die museale Ausstattung erfolgt. Seit September 2021 kann der historische Viermaster auch schon besucht und besichtigt werden. In Form von sogenannten Baustellenführungen besteht die Möglichkeit während des Sommerhalbjahres von April bis Oktober die noch nicht fertig restaurierte Peking zu besichtigen. Vom Ufer aus kann das Schiff immer während der Öffnungszeiten des Hafenmuseums besichtigt werden.

Ab 2023 soll der Hauptstandort des Deutschen Hafenmuseums in Hamburg am Schumacherwerder gegenüber der Hafencity entstehen. Dort soll dann auch der künftige Liegeplatz des Segelschiffes Peking sein.

Quellen: https://www.hamburg.de/sehenswuerdigkeiten/4650790/peking/ / https://de.wikipedia.org/wiki/Peking_(Schiff) / Photo © Jan Sieg